Die Anaplasmose wurde früher fälschlicherweise für identisch mit der Ehrlichiose gehalten. Aus diesem Grund werden beide Krankheiten umgangssprachlich als “Zeckenfieber” genannt.
Übertragen wird die Anaplasmose von der Zecke, genauer vom “gemeinen Holzbock”. Befallen werden können Menschen, Hunde, Katzen, Pferde und alle Wiederkäuer.
Vor allem in der Schweiz kommt es zu Fällen von Anaplasmose.
Die Anaplasmose wird durch die Bakterien ausgelöst, die mit dem Zeckenstich übertragen werden. Die Zecke muss mindestens 24 Stunden saugen, damit die Infektion “erfolgreich” ist. Hat das Tier ein gutes Abwehrsystem oder ist der Befall nur gering, verläuft eine Erkrankung mit Anaplasmose asymotomatisch. Die meisten Anaplasmosen bleiben daher unerkannt.
Gefährdet durch die Anaplasmose sind vor allem alte und sehr junge Hunde, Hunde mit Unterernährung, Vorerkrankungen oder Streuner.
SYMPTOME:
Symptome für eine Anaplasmose sind allgemeine Müdigkeite und Lustlosigkeit, Fieber, Muskel-und Gelenkschmerzen, Gelenkschwellungen und Lahmheit. Bei vielen Hunden kommt es zu Fressunlust und Gewichtsverlust. Zudem kann es zu verstärktem Durst kommen. Häufig kommt es bei einer Anaplasmose zu einer Vergrößerung von Leber, Milz oder Lymphknoten. Diese werden dann festgestellt, wenn das Tier sich im Bauchbereich oder an den Lymphknoten plötzlich nicht mehr anfassen lässt oder bei Druck (wie beim Abtasten) Schmerzen zeigt. Im späteren Verlauf der Anaplasmose können Blutungen der Hiernhäute und Schäden an den Augen (Netzhautablösungen, Blindheit) auftreten. Als Komplikation kann es zu Hirnhautentzündung, Atemnot und Organversagen kommen.
Die Anaplasmose kann tödlich verlaufen, die Sterblichkeitsrate unter Tieren ist aber gering!
Eine gleichzeitige Erkrankung mit Borreliose kann vorkommen, da beide Krankheiten von der gleichen Zecke übertragen werden. In diesem Fall sind die Symptome heftiger ausgeprägt. Die Anaplasmose kann mit einem Schnelltest diagnostiziert werden. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika über mehrere Wochen.
Ein Impfstoff gegen Anaplasmose bei Haustieren ist nicht vorhanden.
Kurz zusammengefasst:
Nach einer akuten Phase der Erkrankung (s. Symptome) wird die Krankheit entweder aus dem Körper eliminiert oder sie verbleibt “im Rückenmark”, ohne jedoch Symptome hervorzurufen (sogenannte subklinische Phase).
Durch eine Schwächung des Immunsystems können die Erreger erneut aktiv werden und in der chronischen Phase der Erkrankung erneut klinische Sypmtome wie wechselnde Lahmheiten hervorrufen. (Quelle: zecken-und-insektenstiche.de)