Die Leishmaniose ist eine tropische Infektionskrankheit, die durch Parasiten, sogenannte Leishmanien, ausgelöst wird. Die Leishmanien-Infektion kommt weltweit bei Mensch und Tier vor und wird über den Speichel der Sandmücke (Schmetterlingsmücke) übertragen.

Bei der Leishmaniose handelt es sich um eine sogenannte Zoonose:

Die Krankheit kann von infizierten Hunden auf den Menschen übertragen werden!

Die Erreger nisten sich nach der Übertragung der Sandmücke auf den Hund in bestimmte Gewebszellen, den Makrophagen (Fresszellen), ein. Häufig bricht die Krankheit erst Monate oder Jahre nach dem Mückenstich aus.

Auch eine Übertragung der Leishmaniose über Bluttransfusionen ist möglich.

Darüber hinaus können sich auch Tiere und Menschen mit Hautverletzungen infizieren, wenn sie beispielsweise mit erregerhaltigem Sekret von Geschwüren oder Fisteln kranker Hunde in Kontakt kommen.

Welche Symptome sind zu erwarten:

Eine Leishmaniose äußert sich beim Hund anfangs mit uncharakteristischen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Fieberschüben, Durchfall und Gewichtsverlust, die zumeist schubweise auftreten.

Besonders in Gebieten, in denen Leishmaniose gehäuft vorkommt, treten bei infizierten Hunden oft keine Symptome auf, da die Tiere bereits Antikörper gebildet haben. Auch die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen) kann etwa 2 Monate bis mehrere Jahre andauern.

Im Verlauf treten deutlichere Leishmaniose-Symptome auf:

geschwollene Lymphknoten; Schmerzempfindlicher Bauch; Haarausfall; nicht juckende, schuppige (große, weiße und fettige Schuppen) Hautausschläge auf dem Nasenrücken, an den Ohrspitzen und rund um die Augen des Hundes.

Dieser Ausschlag kann sich mit der Zeit auf den ganzen Hund ausbreiten. Im Verlauf der Leishmaniose kommt es gegebenenfalls zu weiteren Symptomen wie Nasenbluten, blutiger Kot und übermäßig starker Krallenwuchs.

Wie wird eine Leishmaniose beim Hund diagnostiziert:

Eine zuverlässige Diagnose kann nur der Tierarzt stellen. Dieser erkundigt sich zunächst danach, ob der Hund min ins Ausland genommen wurde – vor allem südliche Urlaubsländer (oder von dort kommt).

Zudem führt er eine körperliche Untersuchung durch, bei der er sich unter anderem die Beschaffenheit der Haut, der Haare und der Lymphknoten des Hundes ansieht.

Absichern lässt sich die Diagnose der Leishmaniose durch Laboruntersuchungen in Form von Blut- und/oder Gewebeproben. Es ist zu beachten, dass auch Hunde, die noch keine Symptome zeigen, infiziert sein können. Auch, wenn die Leishmaniose noch nicht ausgebrochen ist, lassen sich Antikörper im Blut des Hundes nachweisen.

Behandlungsmöglichkeit der Leishmaniose:

Die Therapie eines Hundes, der mit Leishmaniose infiziert ist, erfordert spezielle, vom Tierarzt verschriebene Medikamente (z.B. Allopurinol). Diese lindern die Symptome der Erkrankung.

Meist ist eine lebenslange Therapie des Hundes erforderlich!

Nimmt der Hund über einen längeren Zeitraum hinweg Allopurinol ein, treten häufig Nebenwirkungen wie ein Harnstein-Leiden (Urolithisis) auf. Während der Behandlung mit diesem Wirkstoff ist daher eine proteinarme (eiweißarme) Diät für den Hund ratsam!

Prognose:

Selten lässt sich eine Leishmaniose beim Hund vollständig heilen. Das Risiko von Rückfällen besteht auch nach einer erfolgreichen Behandlung des Tieres.

Wird die Leishmaniose allerdings nicht behandelt, sterben 99% (!) der infizierten Hunde innerhalb der ersten zwölf Monate. Meist tritt der Tod durch akutes Nierenversagen ein.

Vorbeugung einer Leishmaniose:

Um einer Leishmaniose vorzubeugen, sollten Hunde in Risikogebieten spezielle Halsbänder tragen, die Mücken zuverlässig abwehren. Alternativ können Hunde mit Präparaten behandelt werden, die man auf die Haut träufelt (sogenannte Spot-on-Präparate). Diese Präparate erhält man beim Tierarzt.

Zudem ist es ratsam, den Hund während der Zeit, in der die Mücken besonders aktiv sind (früh morgens und abends), im Haus zu halten.

Der beste Schutz vor einer Leishmaniose besteht jedoch darin, den Hund gar nicht erst in Risikogebiete mitzunehmen.

Eine Impfung gegen Leishmaniose gibt es derzeit in Deutschland nicht. Es soll jedoch bald eine Impfung in einigen Mittelmeerländern auf den Markt kommen.

Ansteckung Hund-Mensch:

Eine Behandlung eines Leishmaniose infizierten Hundes ist zwingend erforderlich. Es muss bedacht werden, dass der erkrankte Hund andere Tiere als auch Menschen anstecken kann.

Das Risiko, sich mit Leishmaniose über Hautwunden anzustecken, ist zwar gering, jedoch nicht zu unterschätzen.

Besonders gefährdet sind Kleinkinder unter zwei Jahren und Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist (z.B. HIV-infizierte Personen, Chemotherapie-Patienten, Transplantierte Patienten…)