Ehrlichia canis ist ein sog. Protozoon, also ein einzelliger Parasit. Er lebt in bestimmten Zellen, vor allem in den sogenannten Monozyten.

Die Verbreitung erstreckt sich auf tropische und subtropische Regionen einschl. der Mittelmeerländer. Es wird auch von endemischen Gebieten in Flussniederungen Deutschlands berichtet.

Überträger sind, wie bei den Babesien, vor allem Zecken. Es kommt relativ häufig zu Doppelinfektionen mit Babesien.

Der Erreger wird von der Schildzecke, vor allem der braunen Hundezecke, auf die Hunde nach erfolgtem Biss beim Saugakt über den Zeckenspeichel übertragen.

Welche Symptome sind bei einer Ehrlichiose zu erwarten:

Die akute Phase, die 1-3 Wochen nach der Infektion beginnt und 2-3 Wochen andauert, zeigt meistens nur leichte und wenig spezifische Symptome, die auch nicht selten übersehen werden:

Fieberschübe bis 41°C, Lethargie, Futterverweigerung, eitriger Nasen-und Augenausfluss.

In dieser Phase wird die zelluläre Abwehrfunktion stark beeinträchtigt. Der Erreger kann sich in Leber, Milz und Lymphknoten verbreiten.

Nach diesem Stadium können einige Hunde den Erreger eliminieren und gesunden, andere durchlaufen die folgende subklinische Phase.

Etwa 6-9 Wochen nach der Infektion beginnt die sogenannte subklinische Phase, die Monate bis Jahre anhalten kann. Einige Tiere zeigen dabei nur leichte Symptome, während andere ernsthafte Komplikationen, wie Anämie (Blutarmut), Gewichtsverlust und Blutungen aufweisen bis hin zu Krampfanfällen oder Lähmung der Hinterläufe durch Beeinträchtigung des Zentralen Nervensystems (ZNS).

Die chronische Phase zeichnet sich in 50% der Fälle durch Blutungen in die Schleimhäute sowie durch innere Blutungen aus, die sich in From von blassen Schleimhäuten und blutigem Kot äußern.

Wie wird die Diagnose gestellt:

Der direkte Erregernachweis (im Blutausstrich) gelingt nur selten.

Methode der Wahl für die Diagnostik ist der indirekte Erregernachweis in Form eines Antikörpertiters. Positive Antikörpertiter lassen sich erst 20 Tage nach der Infektion nachweisen.

Gefahr für Mensch und Tier:

Infektionen des Menschen durch den Erreger sind beschrieben, allerdings nur durch die Übertragung durch Zecken. Eine Hund-Mensch-Übertragung ist denkbar, wurde jedoch bisher noch nicht nachgewiesen.

Hingegen ist eine Hund-Hund-Übertragung durch direkten Blutkontakt bekannt.

Es gibt auch Berichte, dass die als humane monozytäre Ehrlichiose bekannte Infektion des Menschen auf Hunde übertragen wurde.

Behandlungsmöglichkeiten:

Gegen Ehrlichien wird vorzugsweise Doxycyclin (Tetracyclin) eingesetzt. Das Antibiotikum wirkt allerdings nur dann effektiv, wenn es in Kombination mit Imidocarb Anwendung findet.

Leider hat man selbst bei korrekter Behandlung keine Garantie für eine Erregerelimination. Trotzdem besteht bei guter Haltung des Tieres eine sehr große Chance auf ein langes Leben und das Erreichen des durchschnittlichen Lebensalters.

Welche Vorbeuge ist möglich:

Wenn möglich, sollte ein Aufenthalt in den oben genannten endemischen Ehrlichiosegebieten ( Urlaubsreisen mit Hund) vermieden werden.

Eine wirksame Zeckenprophylaxe ist unbedingt zu empfehlen!