RÄUDE BEI HUNDEN (Quelle: Hunde-info.de, Tierklinik Birkenfeld)

1.) Ursachen

2.) Symptome beim Hund

-> Cheyletiella Milben Räude
-> Sarcoptes Milben Räude
-> Demidokose Milben Räude

3.) Behandlung

1.) Räude bei Hunden ist eine schwerwiegende und besonders schmerzhafte Erkrankung, die dem vierbeinigen Freund mehrl als nur unangenehme Gefühle bescheren kann.
Die Krankheit entsteht durch tausende, mikroskopisch kleine Milben, welche sich durch die Hautschichten des Hundes vorarbeiten. Dort verursachen sie schwere Hautkrankheiten. Die Folgen des Parasitenbefalls sind sowohl für Hunde als auch für Katzen mit enormen gesundheitlichen Schädigungen verbunden.

Es ist dringend notwendig, Räude schnell zu erkennen, damit etwas dagegen unternommen wird. Neben den gesundheitlichen Schäden ist nämlich auch die Übertragung auf andere Tiere zu befürchten, da es sich um eine ansteckende (bis hochansteckende) Krankheit handelt.
Auch der Besitzer kann durch Räude Schädigungen erlangen. Der direkte Kontakt zum Hund (Katze) sollte vermieden werden, denn wenigstens einige räudearten sind auch auf den Menschen übertragbar.

Wichtig ist, das Tier schnellstens behandletn zu lassen, um den schmerzhaften Leid ein Ende zu setzen.
Die folgenden Informationen beziehen sich auf die Ursachen der Erkrankung sowie mögliche Behandlungsansätze.

Die Ursachen für Räude:
Als Räude wird jegliche Art des VERMEHRTEN Milbenbefalls bei Hunden bezeichnet (bei gesunden Hautverhältnissen lebt eine „normale Anzahl“ von Hautmilben auf dem Hund, physiologisch).
Einige Milbenarten, von denen Hunde befallen sein können, sind unter anderem: Cheyletiella-Milben, Sarcoptes-Milben, Demodex-Milben und Otodectes-Milben. Je nach Milbenart fallen die Symptome beim Hund unterschiedlich aus.
Zuerst erkennbar ist die Erkrankung an Symptomen wie: kahle Stellen im Fell, Schuppenbildung sowie extremer Juckreiz.

CHEYLETIELLA-MILBEN:
Sie verursachen z.B. eine der stärksten Räudeerkrankungen.
Diese ist HOCHGRADIG ansteckend und auf den Menschen übertragbar!
Die Milben selbst kann der Hundebesitzer leicht erkennen, denn sie bewegen sich im Fell des Hundes und sind gut sichtbar. Überlicherweise kommen Hunde recht gut mit Milbenbefall zurecht. Handelt es sich jedoch um ein immunschwaches Tier, so wirkt sich ein übermäßiger Befall sehr stark aus.

Symptome:
–> Cheyletiella-Milben sind nicht nur unangenehm für den Hund, sondern auch hochgradig ansteckend. Die Milben arbeiten sich nicht durch die Haut, sondern verweilen an der Oberfläche. Durch ihre ständige Bewegung sind sie gut zu erkennen. Hautveränderungen sind eines der ersten Anzeichen dafür, dass der Hund unter diesem Milbenbefall leidet.
Er muss sich häufig krantzen, jedoch ist dies nicht so intensiv, als es bei der „Krätze“ der Fall ist. Dennoch sollte hier eine sofortige Behandlung eingeleitet werden, denn nicht behandelt wird diese Erkrankung sehr schmerzhaft und Kräftezehrend für den Hund bis hin zu Infektionen.

–> Eine weitere Räudeerkrankung ist die sogenannte SARCOPTES-RÄUDE.
Diese infektiöse Milbenerkrankung wird umgangssprachlich auch allgemein als „Krätze“ bezeichnet. Haben sich erst einmal Milbenweibchen auf dem Hund abgesetzt, so beginnen diese, ihre Eier abzulegen. Der Befall ist kaum aufzuhalten! SCHWERWIEGENDE Hauterkrankungen sind die Folgen.

Symptome:
Leidet der Hund unter einem Befall von Sarcoptesmilben, so sit ein schwerer bis schwerster Juckreiz die Folge. Die winzig kleinen Tiere arbeiten sich durch ALLE Hautschichten und stoßen dabei ein Juckreiz verursachendes Sekret ab. Zu erkennen ist ein solcher Milbenbefall recht gut. Kratzt sich der Hund häufiger als üblich oder weist gar kahle Stellen im Fell auf, so handelt es sich meist um einen Befall von Sarcoptes-Milben. Unter Umständen sind bereits punktförmige „Stichstellen“ auf der Hautoberschicht erkennbar.
Neben Ohren. Und Ellenbogen sind meist auch Unterleib, Brust und die Hinterbeine am schwersten betroffen. Wird der Befall nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, so kann der Hund mitunter an übermäßigem Gewichtsverlust leiden. Auch Depressionen treten teilweise auf. Im schlimmsten Fall führt ein NICHT-BEHANDELN zu Aggressionen, Lustlosigkeit und schweren Infektionen.

–> DEMIDOKOSE-MILBEN und ihre Symptomatik:
Die Pathogenese der Erkrankung ist sehr komplex. Durch die übermäßige Vermehrung dieser Milbe in den Haarfollikeln (der Ort, den diese Milbenart befällt) kommt es zu haarlosen Bezirken. Ist bei einem Hund also  kreisrunder Haarausfall, Rötungen der Haut, Schuppenbildung deutlich zu erkennen, so könnten canine Demidokosemilben der Auslöser sein. Die Ränder dieser Stellen sind meist scharf begrenzt und weisen diffuse Ränder auf. Ein Juckreiz muss nicht unbedingt zu den Symptomen dieser Erkrankung gehören. Vielmehr gilt es, auf den besagten Haarausfall im Bereich der Augen, der Pfoten und der Schnauze des Hundes zu achten.
Eine Behandlung ist auch in diesem Fall zwingend notwendig, denn in vielen Fällen kommt es zu einer bakterielle Sekundärinfektionen mit Pustel- und Krustenbildung und dann unterschiedlich stark ausgeprägtem Juckreiz!

–> Symptome der OTODECTES-MILBEN:
Bei Otodectesmilben handelt es sich meist um den Befall der Ohren. Generell wird diese Erkrankung nicht als „Räude“ eingestuft, wobei es sich annähernd um die selbe Symptomatik handelt.
Juckreiz im Ohr -> vermehrtes Ohrkratzen bis teilweise blutig/verkrustet.

BEHANDLUNG:
Sobald die oben genannten Symptome zu erkennen sind, sollten sie den Arzt aufsuchen mit ihrem Hund. Da eine Übertragung auf weiter Hunde/Tiere nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, muss/sollte der betroffene Hund erst einmal isoliert gehalten werden. Um eine mögliche Ansteckung zu vermeiden, sollten auch Menschen Vorkehrungen treffen und den Hund bei der Behandlung zuhause mit Handschuhen anfassen. Besonders bei der hochgradig ansteckenden Cheyletiellamilben Räude ist direkter Kontakt zu vermeiden.

Der Tierarzt diagnostiziert die Art des Milbenbefalls (durch Hautgeschabsel, die mittels einer Skalpellklinge gewonnen werden) unter dem Mikroskop. Weitere Untersuchungsmethode bei Verdacht auf Demidokose- oder Sarcoptesmilbenbefall sind Hautbiopsien (Gewebeproben). Bei Demidokosemilbenbefall kann auch eine mikroskopische Untersuchung ausgezupfter Haare (bei vorher positiver Diagnostik per Geschabsel oder Biopsie) Aufschluss bringen, an deren Wurzeln Demidokosemilben oder deren Eier nachweisbar sind.

Möglichkeiten der Behandlungen mit akariziden Mitteln – vorzugsweise als Bäder oder Waschungen und systemisch durch orale Verabreichung oder Spot-on-Präparate – sind gegeben.
HYGIENE ist ein wichtiger Punkt -> Decken des Hundes regelmäßig wechseln und so heiß als möglich waschen (mind. 60 Grad), Liegeplätze regelmäßig reinigen.
Langhaarige Hunde, mit tiefen fistelnden Veränderungen, sollte das Haarkleid nach Möglichkeit geschoren werden. Eine mögliche Sedierung des kleinen Patienten erleichtert dabei das Ausscheren, da die Hautveränderungen besonders schmerzhaft sein können.
Bei bakteriellen Sekundärinfektionen sollte eine Antibiotikagabe erfolgen und Pilzinfektionen, die zusätzlich auftreten können, müssen gesondert behandelt werden.

Auf CORTISONGABEN SOLLTE DRINGEND VERZICHTET WERDEN, da ein Milbenbefall bereits auf ein eingeschränktes Immunsystem hinweist und Cortisonpräparate ebenfalls das Abwehrsystem herabsetzen – somit völlig KONTRAINDIZIERT !!!!